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Hegemann, Remixen und so

Bis vor zwei Wochen wusste ich nicht, wer Helene Hegemann sein soll. Ich hatte ihren Namen noch nie gehört, ebenso wenig von ihrem Buch mit dem Titel Axolotl Roadkill. Daher war ich der Flut überrascht, die plötzlich in Form von lobenden Feuilletons und Kritiken losbrach. Und jetzt, ganz plötzlich, heißt's: Plagiat, alles nur geklaut. Nicht ganz unschuldig daran: deef, der belegt hat, dass so einige Stellen aus Hegemanns Buch mit manchen aus dem Buch Strobo und dem zugehörigen Blog abgekupfert sind.

Nun: jetzt hat sich Hegemann entschuldigt, der Verlag Fehler eingeräumt. Doch ist das wirklich das, was richtig ist? Ich meine: die Jungautorin, die zweifelsohne recht begabt scheint, hat kopiert, sich inspirieren lassen. Das ist doch in Ordnung. Remixen, Mash-uppen und der ganze Kram, das gehört zu unserer modernen Kultur. Im Netz werden in Boards Bilder gephotoshoped, in einen anderen Kontext gesetzt und wieder und wieder durch den Wolf gedreht, bis etwas neues dabei entsteht. Auf YouTube finden sich Video- und Music-Mashups, die keiner mehr überblicken kann. Doch: bei überraschend vielen findet sich tatsächlich noch der Verweis auf eine Quelle. Selbst im Schwarzen Herz des Netz'.

Solch eine Kultur des Annehmens von Werken, um etwas Neues daraus erblühen zu lassen, das ist im Netz normal – auch wenn das mancher noch nicht zu begreifen scheint – und sollte es eigentlich auch in der Offline-Welt sein. Jetzt also die Umkehrreaktion zur vorherigen Hochloberei in der Presse zu fahren, ist daher schon etwas heuchlerisch und auch falsch. Auch wenn Hegemann überraschend viel von Blogger Airen und aus dessen Buch Strobo "übernommen" hat. Großartig vorwerfen kann ihr dieses eigentlich einer: Airen, der nicht gefragt und nicht als Quelle genannt oder in einer Dankschrift genannt wurde.