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Das Verschwinden von No. 49


Sie war einfach weg. Als ob sich der Boden geöffnet und sie einfach verschlungen hätte. Dabei hatte ich sie doch vor einem Jahr fein säuberlich ins Bücherregal einsortiert, meine Ausgabe von Pynchons Die Versteigerung von No. 49. Direkt zwischen sämtlichen Terry-Pratchett-Büchern und einigen Krams von Isaac Asimov hatte ich das recht schmale Büchlein eingeordnet. Nur ein paar Grad westlich von Stephen Kings Puls und eine viertel Drehung von Fjodor Dostojewski aus, wäre der Blick sofort darauf gefallen. Doch: Nichts. Leere. Kein Pynchon. Keine Versteigerung. Einfach nur verdichteter Nichtraum, angefüllt mit Sauerstoff und Stichstoff und ein paar Edelgasen. Oder anders ausgedrückt: Wtf?! Wo ist mein Buch geblieben!

Ich hatte mich schon die ganze dreistündige Fahrt danach gesehnt, an diesen Tagen mal wieder eines von Thomas Pynchons Werken in den Händen zu halten. Eines der Wenigen, das ohne allzu komplexe Kausalkonfussion, Schwere und abstruse Irregularitäten auskommt. Eines eben, das sich lesen und verstehen lässt, trotz der Tatsache, dass man nicht all Konzentration aus die Seiten fokussiert. Das ist ja etwas, das bei Pynchon nicht unbedingt usuell ist, sondern eher die Ausnahme darstellt. Eben mit Die Versteigerung von No. 49 und Vineland, das auch Normalmenschen zugänglich scheint.

Nun, sämtliches Suchen half nichts. Zwar stieß ich auf einige andere kleine Schätze - eine Erstausgabe von Stephen Kings Nachtschicht, Geschichten des Grauens von EA Poe (die wollt ich auch schon lange mal wieder angehen) und das noch immer noch eingeschweißte Unendlicher Spaß von David Foster Wallace– aber die Versteigerung blieb verschwunden. Nun: dann hilft wohl nur noch Amazon.