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Schäuble rüffelt, Sprecher geht.

Ein politischer Fan von Wolfgang Schäuble sein, das ist nicht leicht. Aber scheinbar noch weniger leicht ist's, seinen Pressesprecher zu geben. Mehrmals hab ich mir das Video angeschaut, in dem Schäuble seinen Pressemann Michael Offer nicht nur dummdreist angeht, sondern geradezu vorführt. "Herr Offer, reden Sie nicht, sorgen Sie dafür, dass die Zahlen jetzt verteilt werden", fotztelt Schäuble Offer an. „Und so lange verlasse ich jetzt noch mal diese Pressekonferenz. Wenn Sie die Zahlen verteilt haben, sagen Sie mir Bescheid.“

Das alles nur, da einige Papiere, Handzettel und Zahlendokumente noch nicht verteilt waren.
Offer muss sich gedemütigt und geschnitten fühlen ohne Ende. Als Pressemensch vor einer ganze Schar Journalisten bloßgestellt zu werden: schrecklich. Nicht nur persönlich ist so etwas peinlich. Nein, auch beruflich könnte sich das nachhaltig auswirken können.
Hätte: denn, da siegt wohl die Gerechtigkeit; Schäuble entkommt dem schwarzen Peter nicht. Von den eigenen Kollegen wird er kritisiert. Und Michael Offer hat nach der Bloßstellung jetzt auch noch den Hut genommen; hat das nicht auf sich sitzen lassen. Find' ich gut, die Entscheidung. Aber nun hätte sich Schäuble rechtfertigen müssen. Tat und tut er aber nicht.

Wolfgang Schäuble erledigt die Angelegenheit mit drei Sätzen: "Mein Sprecher Dr. Michael Offer hat mich gebeten, ihn von seiner Funktion als Sprecher des Ministers zu entbinden. Diesem Wunsch habe ich heute entsprochen. Ich danke Herrn Dr. Michael Offer für seinen unermüdlichen Einsatz und seine Loyalität."

Ob das allerdings so stehen bleiben kann? Denn, okay, auch ich bin ein Mensch, der, wenn genervt, gerne mal harsch wird. Aber Menschen so demütigen? Das geht gar nicht.

Das zeigt, was für ein Mensch Schäuble ist; wie er denkt, fühlt. Genauso gut wie drei obigen Sätze hätte Schäuble verkünden können: Hey, soll er gehen, das Weichei. Wenn er's nicht aushält, hart angepackt zu werden. Ich hab nichts falsches gemacht.
Schäubles Verhalten ist unmoralisch und falsch. Und geziemt sich vor allem für jemanden in seiner Position ganz und garnicht.