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Tatort verfehlt ...

Jetzt hab ich's also doch eingeschaltet. Und natürlich ärgere ich mich schwarz darüber, wie diese Sendung Fakten verdreht, weglässt und dreist rumdruckst, wenn darum geht, die eigene Existenz irgendwie zu rechtfertigen. Über Tatort Internet haben viele schon geschrieben: Effekthascherei sei's, Panikmache, Volksverblödung, pure Irritation und Blendwerk. Und zudem journalistisch fragwürdig. Dem davon meisten stimme ich zu. Nicht zuletzt wird die Sendung aber vor allem ihrem vermeintlichen Ziel gerecht, da dieses gar nicht mehr bestehen kann. Denn die in der Sendung von Steffi zu Guttenberg geforderten Gesetzte gegen das sogenannte Cyber-Grooming existieren schon. Schon lange sogar.

Egal. In der heutigen Sendung wird/wurd’s echt kurios. Nein, nicht nur weil die Phrase „rechtsfreier Raum“ fällt. Vielmehr haben die Produzenten doch glatt Wolfgang Bosbach und Otto Schily ausgegraben. Die geben in der Sendung ihr Bestes, das Internet zu dämonisieren; sprechen sich für Regulierung, Netzsperren und so weiter aus. Nebenbei zeigt sich Schily noch erstaunt darüber, dass die „Täter“ in der Sendung unkenntlich gemacht werden müssen; witzig. Offensichtlich haben beide wohl keine Ahnung, in welchem Kontext ihre Interviewfetzten gezeigt werden. Oder auch nur, woran's bei der Bekämpfung von Kinderpornos und Grooming im Netz tatsächlich zu hapern scheint. Nämlich nicht den Gesetzten, sondern der Polizei und deren Mitteln.

Aber, auch wenn ich die Sendung und ihren reißerische Aufmachung nicht gänzlich bis zu Ende ertragen konnte, mir wird eines klar: Tatort Internet schafft Aufmerksamkeit. Das ist gut – teilweise. Aber letztlich ist das ganze dennoch für'n Arsch. Statt Kinderschänderei, KiPo usw. derart aufzubereiten, sollte die Sendung lieber schulen, Medienkompetenz lehren und Eltern samt Kindern darlegen, worauf sie im Netz achten sollten.