Hallo werter Besucher. Schön, dass du hergefunden hast. Leider wird dieses Webblog nicht mehr aktualisiert. Aber keine Bange. Denn NEIN JA ERLEDIGT LOS ist nur umgezogen. Und zwar hierhin!

Mein bestes Photo 2011

Die Antwort auf die Blogparade von Visuelle Gedanken ist wirklich nicht leicht. Denn 2011 habe ich viel photographiert, sehr viel. Und sehr viele Bilder liegen mir am Herzen, haben mich bewegt und bedeuten mir einiges. Nicht zuletzt jene von der Hochzeit meiner besten Freundin. Oder jene vom herrlichen – wenn auch teils zu heißen – Sommer 2011. Oder von meinem Besuch auf der E3 '11 und den herrlichen Partys, den interessanten Menschen und schönen und hässlichen Ecken von Los Angeles. Aber letztlich ist's ein ganz einfaches, recht simples Photo, das mir selbst am besten gefällt. Ein Bild vom einem Plants-vs-Zombies-Zombie, das an einem Morgen nur wenige Meter von meiner Wohnung enstand.

Weiterlesen ...

Guten Rutsch ins neue Jahr!

Weiterlesen ...

The Northkorea FAQ

Unglaublich und surreal. Auf einer Website der Korean Friendship Association (wenn es denn nicht eine böse Satire ist, denn es liest sich fast so) gibt es ein FAQ über Nordkorea. Die KFA agiert als eine Art auswärtiges Amt für öffentliche Angelegenheiten des Staates und … damit dürften die getroffene Aussagen durchaus „ernst gemeint“ sein.

This is the official FAQ for questions about North Korea. If your question is not on the list you can
security@korea-dpr.com <– send us your question.

Wie gesagt, keine Ahnung, ob das wirklich echt ist. Und wenn, dann darf das gerne als Real-Satire bezeichnet werden.

Hier ein paar Auszüge.
1. Can I get a signed photograph from Leader Kim Jong IL?
The KFA Shop is offering this article. Please visit the following webpage:
http://www.korea-dpr.com/catalog2

11. I want to know why North Korea has nuclear weapons.
After the US failed to fulfill the terms in the Agreed Framework by supplying two light-water reactors to the DPRK as compensation for the discontinuing of Korean nuclear power, the DPRK withdrew in October 2002 from the NPT and thus restarted its own energy-producing program, and then started to recycle spent fuel-rods.

The DPRK has a nuclear deterrence as a life-insurance to protect the motherland. The US, who put the country inside the “Axis of Evil”, and is threatening with a nuclear holocaust pre-emptive strike has created this situation and made this neccessary. The situation is no less serious because the US side has nuclear weapons and other missiles stationed in South Korea.

13. Is North Korea a dictatorship?
No, the DPRK is a single-united-party constitutional democracy guaranteeing freedom of speech and assembly to all citizens. DPRK citizens play an active role in their nation’s political life at the local, regional and national levels, through their trade unions or as members of one of the nation’s three political parties, which include the Workers’ Party of Korea, the Chondoist Chongu Party and the Korean Social Democratic Party.

17. I hear that North Koreans are very poor. Is this true?
By international standards, DPRK citizens enjoy a very high standard of living. In Socialist Korea, the state guarantees all citizens the right to quality healthcare, education, stipends for the disabled, retirement pensions and access to recreational facilities, as well as a wide array of other state-supported services. Indeed, DPRK citizens are guaranteed many provisions that are uncommon in many developed capitalist societies, which are home to real poverty. Unlike in many countries of the capitalist world, the DPRK is a state free of homelessness, unemployment, prostitution and starvation.

23. What activites does the average person do in a week for fun?
Hiking, Bowling, Reading, listen to music etc – it differs from person to person.

Weiterlesen ...

Hardware


Ich hab's ja nicht so mit Social-Games aber wenn die ehemaligen Homeworld-Macher jetzt an so etwas arbeiten, dann bin ich doch mal interessiert. Nicht zuletzt, wenn das Ding Hardware heißt - das dann auch noch „scifi“ und „ambitious“ sein soll und sich um eine „ruthless interstellar megacorporation“ namens Long March Industries dreht. Sonst gibt’s über das Game als solches nicht viel zu sagen, da sich die Jungs des Studio Blackbird Interactive dahingehend noch in Schweigen hüllen. Jedoch soll der Spieler die Kontrolle über eine riesige Flotte kleiner bis gigantischer Fahrzeuge erhalten, rumfahren und erforschen, kämpfen, interagieren und das alles in auf dem Gebiet von der Größe eines echten Planeten. Rauskommen soll's 2012. Mal schauen, was das wird.

Weiterlesen ...

The Last Sleeper


Eigentlich wollte ich mich während meines Urlaubes nicht mit Games beschäftigen - aber hierfür mache ich gerne eine Ausnahme: Kendall Davis, der bis vor einiger Zeit den Producer von Halo 4 gab, hat nun die Arbeit an einem iPad-Game aufgenommen: The Last Sleeper soll ein Sci-Fi-Spielchen werden, das Sound, Bilder und die Touch-Funktion fließend miteinander verbinden soll. Ja, das sagt jetzt eigentlich absolut nichts. Vor allem haben Games wie Osmos, Sword & Sworcery und Eliss schon ähnliches versucht und grandios geschafft.

Allerdings soll The Last Sleeper wohl doch in eine etwas andere Richtung gehen: die bisherige Beschreibung klingt nach einem "Cinematic Adventure Game" – quasi einem interaktiven Bilderbuch -, wie Policenauts oder einem Adventure á la Myst.

The Last Sleeper is an interactive story. It's like a game, but every element is focused on YOUR experience of the story. We want it to be a fluid experience that leads you on an emotional ride. (...) Millennia ago, Queen Valasca unleashed an ancient evil upon the people of the Ephos. Known only as the Shadow, it feeds off their fear and misery to prolong her unnaturally long life, creating hollow shells of empty existence. (...) We experience the story as Adam, an amnesiac soldier who awakens in the famine-stricken forests of Ephos. As Adam wanders in the forest in search of purpose, he discovers that he too can wield the Light.
Wie eine Team-Liste zeigt, wird das absolut kein Hobby-Projekt, sondern soll auf ganz hohem Niveau spielen: Steve Jablonsky – Komponist der Musik von Gears of War 3 -, Ethan Van Der Ryn – Sounddesigner von Herr der Ringe und King Kong -, Jeff Snow -Storyboard-Artist bei Dreamworks -, Pat Connor – Programmierer bei Bioshock 2 – und Michael Cheng – Lead Level Designer bei God of War 2 und Dante's Inferno – sind etwa mit dabei. Alles echte Könner von denen ich einige sogar schon kennenlernen durfte – zusammen bilden sie zumindest für dieses Projekt das Black Gold Studio. Nichtsdestotrotz: das Game soll kein klassisches Giganto-iPad-Game werden wie Infinity Blade von Chair Entertainment, sondern wird über Kicktstartet gecrowdfunded. 10.000 US-Dollar, sagt das Team, bräuchte man. 4.700 US-Dollar sind an Spenden schon zusammengekommen. Am Hungertuch nagen werden die Jungs also schonmal nicht – und ich werde jetzt auch mal etwas in den Hut schmeißen.

Weiterlesen ...

Prometheus


Das ist der Film, auf den ich schon seit Jahren warte: Prometheus. Mit diesem Flick spinnt Ridley Scott den Faden fort, den er einst mit Alien zu knüpfen begann. Ursprünglich als Prequel zur Reihe gedacht, soll nun ein Seitenstrang der Mythologie erforscht werden, der die Xenomorph-Aliens nur streift. Stattdessen sollen der Spacejockey und der Ursprung der Menschheit im Mittelpunkt stehen. Und die Frage, wie viel der menschliche Geist vertragen kann. Denn genau das soll eine Gruppe Wissenschaftler erfahren, die sich weitab der Erde auf die Suche nach Antworten auf die wichtigsten Fragen der Menschheit begeben.
Der nun veröffentlichte, erste richtige Trailer zeigt das, was ich mir erhofft hatte: optisch und atmosphärisch viele Parallelen zu den Alien-Filmen. Schon das grob-metallerne Design der irdischen und das giger'sche Aussehen der außerirdischen Raumschiffe lässt mein Nostalgie-Herz höher schlagen. Dazu dieser epische Anklang des Films, der sich selbstsicher "um einfach alles" drehen soll. Ich hoffe einfach, Scott hat sein Handwerk nicht verlernt, sondern schafft es, seine ehrwürdigen Errungenschaften mit dem modernen Filmemachen zu verbinden und daraus etwas zu destillieren, das gerechtfertigt als Großes Kino bezeichnet werden darf.

Weiterlesen ...

Sex auf dem Mond

Herr Roberts, wie schmeckt der Mond?

Überraschend salzig. Und etwas sandig, man hat danach einen komischen Belag auf den Zähnen.
Herrlich absurd. Aber eigentlich auch nicht. Denn das SZ-Magazin spricht hier mit Thad Roberts, dem Mann, der bei der NASA Mondgestein im Wert von 20 Millionen Dollar stahl, da er seiner Freundin ein Stück vom Himmel geben wollte - etwas, was ihr kein anderer Mann geben konnte.

Weiterlesen ...

Auf Menschen achten...

Ich bin derzeit ein recht glücklicher Mensch. Ich habe einen Job, der mir Freude macht, eine Wohnung, gute Freunde und genug Geld, um über die Runden zu kommen. Und ich wohne in einer der schönste Städte Deutschlands. Aber es geht natürlich nicht allen so. Einige – nein, sogar vielen – Menschen in Deutschland geht’s ziemlich schlecht. Einer von ihnen ist Creezy, die wegen Arbeitslosigkeit ihre Wohnung, ihr bekanntes Leben … und so ziemlich den ganzen Rest verloren hat und einen anrührenden Text darüber schrieb. Einen, der so einige wichtige Wahrheiten enthält.

Vielleicht nehmt Ihr meine Geschichte zum Anlass etwas genauer auf die Menschen im eigenen Umfeld zu achten und Zeichen richtig zu deuten, denn nein, arbeitslos zu sein, des Kampfes müde, die Wohnung und sein ganzes Hab und Gut zu verlieren, das macht niemand mit Freude, Vorsatz und Absicht. Es tut so weh.

Weiterlesen ...

Kids glauben, Mitten im Leben ist Real-TV

Pseudo-Dokus wie „Mitten im Leben“ oder „Familien im Brennpunkt“ sind sicherlich nicht pauschal gefährlich. Aber ich glaube durchaus, dass durch sie ein falscher Eindruck vom „richtigen Leben“ erweckt wird. Alleine die Überfrachtung dieser Shows mit kaputten Leben und zerstörten Persönlichkeiten vermittelt ein zutiefst negatives Menschen- und Gesellschaftsbild – das mit der Realität nicht deckungsgleich ist. Nun könnte man sagen: ist doch alles nur Show, die Menschen sind Schauspieler, alles eben nur gespielt – und das weiß auch jeder. Wie jetzt eine Studie zeigt, scheint das eben nicht so.

Eine neue Studie zeigt nach SPIEGEL-Informationen, dass zumindest bei Kindern und Jugendlichen die Verwirrung über solche Sendungen groß ist (…) Knapp die Hälfte der Zuschauer zwischen 6 und 18 Jahren glaubt, in dem RTL-Format "Familien im Brennpunkt" würden echte Fälle nachgespielt. Fast jeder Dritte in der untersuchten Altersgruppe war der Ansicht, dass das Kamerateam die tatsächlichen Erlebnisse der gezeigten Familien dokumentiert.
Ist so etwas nun den TV-Sendern anzulasten? Sie tragen auf jeden Fall eine Mitverantwortung hierfür. Schließlich sind eben diese Sendungen mit Bedacht auf Doku- und Echte-Menschen getrimmt. Und gegen einen „Alles nur gespielt“-Hinweis würden sie bestimmt Sturm laufen. Aber letztlich ist's hier eine Sache der Medienerziehung. Denn scheinbar werden die Jugendlichen nicht darüber aufgeklärt, was sie da für Sendungen konsumieren; was da im TV läuft. Es wäre hier Aufgabe der Schule, aufzuklären. Aber auch und zu forderst der Eltern.

Weiterlesen ...

Drogenkartelle und Mobilfunk

Die mexikanischen Drogenkartelle sind mehr als nur kriminelle Banden. Die Organisationen, die über mehr Macht und Feuerkraft verfügen als die Regierung. Nicht zuletzt die Los Zetas, ein Kartell das aus ehemaligen Anti-Drogenbeamten und Spezialeinheiten hervorgegangen ist. Wie fortschrittlich und modern diese Kartelle organisiert sind, das musste mexikanische Defense Department feststellen, als es einen Teil der Infrastruktur der Drogen-Banden hochnahmen: 167 Mobilfunkantennen und 166 Stromversorgungseinheiten wurden entdeckt. Die Kartelle betreiben ihr eigenes Mobilfunknetz, um ungestört kommunizieren zu können.

Weiterlesen ...

Kubrick, der Photograph

Was viele nicht wissen: bevor Stanley Kubrick Filme machte, arbeitete er in New York City als Photograph für das Look Magazine. Viele seiner Bilder zeigen dabei, dass er schon zu dieser Zeit ein gutes Auge für Ästhetik, Dramatik und Licht/Schatten hatte. So einige der Aufnahmen könnten ebenso Stills aus seinen Filmen sein. Eine schöne Auswahl seiner photographischen Werke gibt's hier.

Upd: auf flavorwire sind noch einige weitere Bilder von Kubrick.

Weiterlesen ...

Das ist der Tag, von dem ihr noch euern Enkelkindern erzählen werdet

Gregor Weichbrodt und Grischa Stanjek haben für eine Semesterarbeit im Fach Typografie & Layout an der HTW Berlin die gesamte Finalshow von Germanys Next Topmodell transkribiert und als klassisches Drama niedergeschrieben. Das alles haben sie dann letztlich als moderne Interpretation eines Reclam-Büchleins gestaltet und drucken lassen. Fantastisch.

Weiterlesen ...

Action Castle

Bei der PAX East Konferenz 2010 ist eine Frage-Antwort-Runde mit Mike Krahulik und Jerry Holkins, den Schöpfern von Penny Arcade, im Gange. Ein junger Mann betritt die Bühne und geht ans Mikrophon. Doch statt eine Frage zu stellen, sagt er: “Willkommen bei Action Castle! Du bist in einer kleinen Hütte. Eine Angelrute steht in einer Ecke. Ein Weg führt nach draußen.“

Schweigen herrscht; nur ein paar verschämte Lacher gehen durch's Publikum.

„Sind wir jetzt dran, was zu sagen?“, fragt Mike.

„Ich verstehe nicht: ' Sind wir jetzt dran, was zu sagen '“, sagt der junge Kerl auf der Bühne.

Jetzt verstanden Mike Krahulik und Jerry Holkins, was das alles sollte.

„Gehe hinaus!“, meinte Jerry.

„Du bist draußen. Du stehst auf einem Pfad durch einen Garten. Da ist ein Rosenbusch. Eine Hütte steht dort. Der Pfad führt nach Norden, Süden und hinein in die Hütte.“, sprudelte der junge Kerl sofort.

Was hier jetzt ziemlich schräg klingt und den Anschein erweckt, dass der Typ auf der Bühne nicht alle beisammen hat, ist Action Castle. Ein Spiel von dem ich seit ewigen Zeiten nichts gehört hatte - bis ich auf Linkdiesen Artikel von Andy Baio bei Waxy gestoßen bin, dessen Anfang ich einfach frech 1:1 übersetzt habe.

Action Castle ist ein Live-Action-Spiel aus den späten 70ern, das quasi Text-Adventure wie Zork* imitierte – sogar das Logo dessen sieht aus, wie das des Infocom Games. Eine Gruppe von Menschen sitzt zusammen und einer von ihnen gibt den Computer auf dem das Abenteuer läuft. Alleinig bewaffnet mit einer groben Vorgabe von Story und Abläufen und einer Karte, die die Reise-Möglichkeiten der Spieler durch die Welt vorgibt. Wie bei einem Text-Adventure eben. Der Computer/Erzähler beschreibt das Geschehen und die Umgebung, die Spieler geben die Kommandos, auf die der Computer/Erzähler mit neuen Beschreibungen reagiert. Spiele-Designer Jared Sorensen nannte das ganze Prinzip Parsely – nach dem Parser, dem was einem Computer Text-Eingaben verständlich macht.

Making computers think and react like us is hard. So instead of making software more human, some game developers are trying to make humans more like software.

Weiterlesen ...

Cognition

Ach, wie freu' ich mich. Jane Jensen – der Erfinder von Gabriel Knight – arbeitet an einem neuen Advenure-Game! Und das gemeinsam mit den Phoenix Online Studios – jenen, die King's Quest: The Silver Lining auf den Weg brachten –, den Titan-Quest-Machern Khaeon Gamestudio und Comic-Künstler Roman Molenaar. Heißen soll das Abenteuer, das in Episoden-Form erscheint, Cognition. Dessen Story dreht sich um die FBI-Agentin Erica Reed, die durch Berührung von Objekten in die Vergangenheit schauen kann. Erinnert stark an Dead Zone, aber hey, warum nicht?! Erscheinen soll Cognition für PC und vielleicht auch iPhone, iPad usw.

An episodic story in the spirit of Dexter and Heavy Rain, Cognition stars Erica Reed, an FBI agent in Boston, Massachusetts, who lost her brother years ago to a serial killer who was never caught. In the high-stress hunt to save him, she began developing the strange and uncontrolled power of post-cognition: by touching an object, she can see its past, events that happened on, to, or around it. Though it’s undeniably useful in her line of work, her unease with this power has caused her both personal and professional problems. And every serial killer case that comes to the bureau leaves her wondering if this one is the man who killed her brother. When she comes across a crime scene that has clues that were left specifically for someone with her abilities, a new hunt is on. Who knows her secret? How? And what do they want from her?

Um das Projekt zu finanzieren, wird auf die Beteiligung der Spieler gehofft. Crowdfunding wird über Kickstarter betrieben. 25.000 Dollar ist der Goal. Bisher sind rund 7.000 davon zusammengekommen.

Weiterlesen ...

Stephens King Zeitreise-Regeln

Sehr interessant, wenn auch kurz. Wired unterhält sich mit Stephen King über Zeireisen.

If you’re going to travel back in time, author Stephen King says, preparation is everything. The further back you go, the more you have to think about. And if you’re going to try and undo a watershed event in history—the assassination of JFK, say—you had better be determined. Because the past will do its best to remain unchanged. That’s the premise of King’s latest novel, 11/22/63, which follows Jake Epping as he slips back through time to stop Lee Harvey Oswald from pulling the trigger.

Weiterlesen ...

Wie ein Wikileaks-Aktivist fliegt

Jacob Appelbaum wird immer wieder an Flughäfen Sicherheitskontrollen unterzogen. Seine Taschen werden durchsucht, seine elektronischen Geräte gescreent und wird er nach dem Grund seiner Reisen gefragt, dann geben sich die Beamten nicht einfach mit seiner ersten Antwort zufrieden. Das mag daran liegen, dass Appelbaum nicht nur Bürgerrechtsaktivist ist, sondern zudem Sprecher von WikiLeaks, Hacker und Betreiber mehrer TOR-Knoten. Auf Boing Boing hat er nun mal aufgeschrieben, wie sein Reisealltag im Gegensatz zu dem anderer ausschaut.

Weiterlesen ...

Steve Jobs, Photograph

Steve ist tot - das hatten wir schon. Und seit dem drehen so einige Diskussionen und Gedankenspiele los, was passieren würde, würde Steve weiterleben – er weiter Apple führen. Oder eben, was nun passiert, da er nun weg ist. Oder: was wäre, wäre er nie zu Apple zurückgekommen und stattdessen Zen-Meister geworden? Eines meiner liebsten Gedankenspiele allerdings, das noch vor seinem Tod entstand: was wäre passiert, hätte sich Steve Jobs entschlossen, professioneller Photograph zu werden? Welche Kamera würde er nutzten, welchem Stil würde er nacheifern und was für Bearbeitungssoftware würde er nutzen?

Weiterlesen ...

4625 kHz

Die aktuelle Ausgabe der Wired UK covert zufällig ein Thema, das ich schon vor einiger Zeit einem deutschen PopScience-Mag angeboten habe. Aber das war den zuständigen Redakteuren „zu weit weg, als das es eine breite Leserschaft interessiere“ - vielleicht haben sie damit recht, vielleicht auch nicht. Das Thema jedenfalls: UVB-76 – auch bekannt als MDZhB. Das ist ein mysteriöser Kurzwellen-Sender, der irgendwo in einem militärischen Gebiet nahe Moskau steht und dort im Bereich von 4625 kHz vor sich hinsendet. Schräge Piepslaute, tiefes Summen, und zischendes Zirpsen. Alles Mögliche geht seit 1982 über den Sender. Und nur drei Mal würde das kontinuierliche Signal seit dem unterbrochen. Etwas, das eigentlich kaum jemand interessieren oder gar bemerken würde, hatte der Sender nicht eine große „Fan“-Gemeinde. Enthusiasten und Verrückte, die hinter das Geheimnis dieses Sender und sogenannter Number-Stations (Sender, die unablässige Folgen von Zahlen in den Äther pumpen – diese haben auch die 4 8 15 16 23 42 Zahlenfolge in LOST inspiriert) kommen wollen. Das geht mittlerweile auch ohne eigenen Empfänger, denn mittlerweile wird das Signal von UVB-76 ins Netz gestreamt. Nicht von dem Sender selbst natürlich, sondern von einem russischen Internetunternehmer, der das Hauptsignal abfängt und ins Web leitet.

Update: Die Wired-Story gibt's nun als annehmbare dt. Übersetzung nun auch im SZ-Magazin.

Weiterlesen ...

Warner kauft Rechte an Reddit-Thread über US-Soldaten im alten Rom

Schon vor einige Monaten bin ich in einer Reddit-Diskussion versunken, die fragte: wäre es möglich, das gesamte Römische Reich zur Zeit Augustus zu zerstören, wenn man mit einem Bataillon der US-Armee durch die Zeit dorthin reisen würde. Der Thread hat großartige Diskussionen entsponnen, stellt irrsinnig schräge Fragen, entwirft fantastische Szenarien und Szenen.

Das ist so wahnsinnig und gleichzeitig faszinierend, dass Warner Bros. jetzt die Film-Rechte an der Idee namens „Rome, Sweet Rome“ erworben hat. Der Film soll sich um eine Gruppe Marines drehen, die eben durch die Zeit in die Blütezeit Roms geschleudert wird, wodurch sie mal kräftig die Zeitlinien durcheinander wirbeln – und es dann wieder richtigen müssen.

Angestoßen hatte das Adam Kolbrenner von Madhouse Entertainment, der James Erwin, den Typ hinter dem Reddit-Thread, angewiesen hatte ein tragfähiges Filmkonzept zu erdenken aus dem dann ein erstes Drehbuch entstand. Über den jungen Exec Chris Gary gelang dieses dann zu Warner, die die Rechte für Umsetzung, Dreh und Vermarktung erstanden.

Weiterlesen ...

CCC hackt Bundestrojaner

Etwas schockiert aber hauptsächlich feixend lese ich gerade sämtliche Artikel um den Bundestrojaner, der gerade vom CCC auseinandergenommen, analysiert und gehackt wurde. Dabei zeigte sich, dass die Computerwanze nicht nur überwiegend gesetzwidrigen Optionen ausgestattet ist. Nein, das Softwarepaket wurde auch noch so schlampig entwickelt, dass jeder Hinterhof-Hacker die Kontrolle darüber erringen könnte.

Fefe hat, wie immer, alle wichtigen Links zusammen getragen. Dabei sind aber vor allem die Presseerklärung des CCC...

Die Analyse des Behörden-Trojaners weist im als "Quellen-TKÜ" getarnten "Bundestrojaner light" bereitgestellte Funktionen nach, die über das Abhören von Kommunikation weit hinausgehen und die expliziten Vorgaben des Verfassungsgerichtes verletzen. So kann der Trojaner über das Netz weitere Programme nachladen und ferngesteuert zur Ausführung bringen. Eine Erweiterbarkeit auf die volle Funktionalität des Bundestrojaners – also das Durchsuchen, Schreiben, Lesen sowie Manipulieren von Dateien – ist von Anfang an vorgesehen. Sogar ein digitaler großer Lausch- und Spähangriff ist möglich, indem ferngesteuert auf das Mikrophon, die Kamera und die Tastatur des Computers zugegriffen wird.
… und die Artikel der FAZ sehr lesenswert. Und die Zeit hat auch was gutes zu geschrieben.

Update: Mittlerweile haben die Antiviren-Experten von F-Secure die Funktionalität des Bundes-Trojaners bestätigt. Der könne alles, was der CCC behauptet.
Wir haben keinen Grund, die Erkenntnisse des CCC anzuzweifeln.
Auch hat sich das Innenministerium gemeldet. Allerdings mit einer obskuren Wortwahl.
Das Bundeskriminalamt hat den (...)sogenannten Trojaner nicht eingesetzt.
„Nicht eingesetzt“? Es wird also nicht bestritten, dass dieser Trojaner der „Bundestrojaner“ ist, sondern nur dass dieser eingesetzt wurde. Und das nur in Bezug auf's BKA. Ob Landesbehörden den Trojaner nutzen? Das bleibt offen.

Derweil hat sich auch Reg-Sprecher Seibert per Twitter gemeldet und geschrieben:
Bundesinnenministerium: BKA hat den durch den CCC dargestellten #Trojaner nicht eingesetzt, es handelt sich nicht um sog. #Bundestrojaner
Auch hier: es wird nicht bestritten, dass es sich bei der Wanze um ein Regierungsprodukt handelt. Das Bundesinnenministerium sagt nur, dass es nicht der „Bundestrojaner“ ist. Also ist's ein Landestrojaner? Durchaus möglich. Die Frankfurter Rundschau hat den mutmaßlichen Entwickler des Trojaners ausfindig gemacht.

Das wird noch eine spannende Woche.

Update 2: Interview mit den Piraten Nerz und Lauer zum Bundestrojaner. Leider ziemlich langweilig und ohne Biss. Kann/sollte man aber trotzdem lesen, denke ich.

Weiterlesen ...

Steve Jobs – 1955 bis 2011

Steve Jobs ist tot. In der vergangenen Nacht ist er im Alter von nur 56 Jahren verstorben. Mit ihm verliert die einen Visionär, ein Vorbild für viele junge Menschen und einen einfach tollen Kerl. Ich war nie ein Apple-Jünger – mein Smartphone ist ein Nexus S, mein Laptop ist von Acer, doch als MP3-Player nutze ich den grandiosen iPod Touch -, dennoch schätze, würdige und bewundere ich die Leistungen Jobs'. Ohne ihn sähe die Welt der Technik heute anders aus: trister, grauer und weniger stylisch. Und das sehen auch seine brüderlichen Mitstreiter, hassliebigen Konkurrenten und vermeintlichen Erzfeinde so, die er stets zu besserer Leistung, härteren Bandagen und mehr Ehrgeiz angespornt hat. Wer weiß, wie lange Apple ohne Steve so bleibt, wie es nun ist; ob sich seine Firma ihren Geist bewahren kann oder ob der Spirit von Jobs in den nächsten Jahren vielleicht langsam davon schwebt. Ich weiß es nicht. Aber ich hoffe, dass Apple sich stets seines Gründers und Vordenkers erinnert, in seinem Sinne fortfährt, die IT-Welt mit kleinen Revolutionen und neun Idee erfreut und dem toten Steve im Tech-Himmel vielleicht hin und wieder ein verschmitztes Lächeln entlockt. Steve, wir werden dich vermissen.

"The world rarely sees someone who has had the profound impact Steve has had, the effects of which will be felt for many generations to come. For those of us lucky enough to get to work with him, it's been an insanely great honor. I will miss Steve immensely."
- Bill Gates

Weiterlesen ...

Dieser Content ist in deinem Land nicht verfügbar, da er aufgrund einer Regierungsanfrage entfernt wurde.

Interessant. . Und zwarhttp://www.blogger.com/img/blank.gif mit der Begründung: Dieser Content ist in deinem Land nicht verfügbar, da er aufgrund einer Regierungsanfrage entfernt wurde. Einer „Regierungsanfrage“? Heißt das, die Bundesregierung hat die Doku entfernen lassen? Oder eine entsprechende Institution, die dem Bund unterstellt ist? Das ZDF und die WISO-Redaktion wissen von Nichts und sprechen von einer „Verwirrung“ durch die Betextung und räumen gleichzeitig ein, dass die Doku in der ZDFmediathek noch online zusehen ist – aber leider „leicht gekürzt, da wir uns in einem laufenden Rechtstreit mit der Sparkasse Bremen befinden“

Ich selbst glaube an keine Verschwörungstheorie und gehe einfach davon aus, dass Youtube hier irgendeinen Fehler bei der Textwahl begangen hat. Ich habe Google dennoch mal angeschrieben und um eine Stellungsname gebeten.

Weiterlesen ...

Carmack spricht mit dem Spiegel

Nachdem Doom nun mittlerweile in Deutschland vom Index runter ist, featured Der Spiegel ein nicht gerade tiefgründiges aber trotzdem lesenswertes Interview mit Doom-Papa und Programmier-Legende John Carmack. Einem der, wie mir sein Kollege Tim Willits auf der E3 sagte, mittlerweile mehr über 3D-Programmierung vergessen hat, als andere in ihrem ganzen Leben lernen – und schon in den 90ern einen HD-Monitor besaß. Allerdings spricht der gute John nicht nur über die Entwicklung von Games, sondern macht auch klar, was er über das stetige kritisieren sogenannten Killerspielen denkt.

Wir stellen eben Unterhaltung her. Ich glaube nicht daran, dass man verpflichtet ist, pädagogisch wertvolle Erfahrungen zu ermöglichen. Wenn Menschen unsere Spiele kaufen, dann steckt ein Wert darin

Weiterlesen ...

repl.it

Schöne Idee. repl.it bietet einen Spielplatz zum Herumexperimentieren mit Programmiersprachen. Unter anderem esoterischen Prog-Langs wie Brainfuck, LOLcode, Unlambda und Bloop.

Weiterlesen ...

Geld spielt keine Ro...

Das SZ Magazin hat schon wieder einen lesenswerten Artikel. Diesmal: „Ab der dritten Milliarde wird's kompliziert“ beschäftigt sich mit den Superreichen und warum die's auch nicht so leicht haben – oder doch. Dazu etwas Philanthropie, Wirtschaftskomplexe und das aufsteigende Indien. Eigentlich etwas viel, das hier in einen Text gepresst wird. Aber das macht ihn nicht unbedingt schlechter.

Weiterlesen ...

Piraten entern Berlin

Die FDP ist raus, die Piraten dafür drin – im Berliner Abgeordnetenhaus. Was ein Erfolg, was ein Experiment. Denn auch wenn manch das Wahlergebnis auf etliche Protestwähler zurückführt, könnte sich die Proteststimme als richtige erweisen. Von SPD, Linke, Grüne und auch von vielen einstigen Nicht-Wählern haben die Piraten Stimmen gesaugt. Und daher könnten sich die Freibeuter nun zeigen, dass sie mehr sind als nur eine „Internetpartei“ und "Digitale Wutbürger", sondern dass sie auch zur Bildungspolitik, öffentlichen Ausgaben, Haushalt und vielen weiteren Themen Nützliches beisteuern können. Wenn sie denn können. Denn das müssen die Piraten eben nun beweisen: das Wissen, das Potential ist in der Community jedenfalls vorhanden und muss nun angezapft und kanalisiert werden.

Weiterlesen ...

100 Jahre Klamotten in 1 Minute 40 Sekunden


Großartiger Werbeclip für das Londoner Shopping-Center Westfield Stratford City: 100 Jahre Mode und Musik, verpackt in eine Minute und vierzig Sekunden. Das zeigt sehr schön, wie fantastisch und stellenweise schrecklich wir und unsere Eltern uns gekleidet haben. Gedreht wurde das Filmchen über vier Tage in Ost-Londoner Locations.

Weiterlesen ...

Bioshock Infinite


Kleiner Hinweis in eigener Sache: wer jetzt in einen Zeitungsladen geht und die aktuelle Ausgabe (09/10) des Gaming-Magazins 360 Live kauft, der findet darin einen äußerst interessanten Artikel von mir über Bioshock Infinite. Kein Preview, sondern einen Hintergrundbericht über die philosophischen, kulturellen und gesellschaftlichen Ansätze des Fliegende-Stadt-im-Himmel-Game von Irrational Games. Und was dieses mit der Theorie des Amerikanischen Expektionalismus, der RAF und den Hexenverbrennungen von Salem zu schaffen hat. Hierfür hatte ich mich im Juni auf der Spielemesse E3 mit Ken Levine und Timothy Gerritsen zusammengesetzt und sie über das ein oder andere ausgequetscht. Also: sofort an den nächsten Kiosk, das Mag kaufen und lesen.

Weiterlesen ...

Doom, Doom, Doom, Doom!

Ein historischer Moment! Seit heute, den 31. August 2011, ist »Doom« nach insgesamt 17 Jahren gemeinsam mit seinem Nachfolger »Doom 2: Hell on Earth« von der Liste der Liste jugendgefährdender Medien, dem sogenannten Index, gestrichen. Zenimax, der neue Besitzer von id Software und Eigner von Publisher Bethesda, hatte einen Antrag auf eine Neuprüfung gestellt.

Bei der kam das zwölfköpfige Gremium zu dem Urteil, dass die Gewaltdarstellung und das unvermeidliche Töten von Gegnern »auch aus jetziger Sicht weiterhin bedenklich« ist. Doch auch, dass der Shooter aufgrund der nicht mehr zeitgemäßen Grafik und dem realitätsfernen Szenario nicht länger »den Grad einer Jugendgefährdung« erreicht. Also: dass sich Technik und Grafik weiterentwickelt haben. Und dass das damalige Verständnis von Brutalität nicht mehr mit dem heutigen zu vergleichen sei; heutige Jugendliche sind weitaus derberes gewohnt. Gleichzeitig hat das Gremium den historischen Wert des Spiels gewürdigt, der Wegbereiter für so ziemlich jeden Ego-Shooter ist, der danach kam.

Den durchaus lesenswerten aber auch trocknen Prüfbericht gibt's hier.

Weiterlesen ...

Kurz zu Tim Schafer und Double Fine

Tim Schafer ist ein fantastischer Kerl und ein großartiger Spiele-Designer. Mittlerweile hab ich mehrmals das Glück gehabt, mich mit ihm zu unterhalten. Zuletzt hab ich nach der Sony-Pressekonferenz im Vorlauf der E3 2011 ein paar Bier mit ihm gekippt, wo er mir etwas über seine Vorliebe für Heavy Metal, Jägermeister und die Anfänge von Double Fine erzählte – etwa, dass er und seine Mitstreiter sich zu Beginn in einem Lagerraum einmieteten und dort mit Wasserschäden und Eiseskälte zu kämpfen hatten, das aber hinnahmen, weil der Lagerraum 'so cool' war.

Doch war Double Fine immer ein Risiko. Denn kleine freie Studios können an jedem größeren Projekt scheitern. Publisher können das Interesse verlieren oder gleich gar kein Interesse zeigen, das Game kann sich verdammt schlecht verkaufen, was Auftraggeber und Investoren abschreckt, oder die Entwicklung wird zu teuer und das Studio bleibt teilweise oder ganz auf den Kosten sitzen. Daher hat sich Double Fine nach dem semi-genialen 'Brütal Legend' auf kleinere Games wie 'Stacking' und 'Trenched 'fixiert und entwickelt größeres wie 'Sesamstraße: Es war einmal ein Monster' – das übrigens echt zucker ist (ohne Scheiss) – parallel. Und das hat Double Fine vor dem Untergang bewahrt, wie Tim in einem Interview mit der Edge erzählt.

Weiterlesen ...

Andrew Vicari

Das SZ-Magazin featured gerade ein nettes Interview mit Andrew Vicari. Wer den nicht kennt: er ist britischer Maler, der seit einigen Jahren fast ausschließlich die Reichen und Mächtigen portraitiert und dadurch steinreich wurde. Er malte Scheichs, Despoten, Aristokraten und Staatschefs - und ist damit ein Art moderner Hofmaler. Wieviel Geld er damit wirklich machte, ist nicht sicher. Doch die Sunday Times schätzte sein Vermögen 2006 auf rund 92 Millionen Pfund.

Weiterlesen ...

Milliardär baut reales Rapture

Die utopische Unterwasserstadt Rapture aus dem Shooter-Rollenspielmix Bioshock wird tatsächlich Realität. Zumindest ansatzweise: Peter Thiel, der Milliardär und Gründer von PayPal, plant mit dem Seasteading Institute (gegründet von dem Ökonom und Software-Entwickler Patri Friedman und Wayne Gramlich) vor der Küste San Franciscos eine Kolonie zu gründen. Die soll in internationalen Gewässern auf Bohrinsel-Plattformen und Pontons entstehen und damit vollkommen eigenständig und rechtlich unabhängig sein. Das Institut selbst wirbt mit der Idee um Geldgeber, es gebe „den Menschen die Freiheit, die Regierung zu wählen, die sie wollen, statt mit Regierung leben die müssen, die ihnen aufgebürdet wird.“

Und: ja, das klingt nach einem fantastischen Experiment; einem das gewagt werden sollte. Eine frische, neue Welt, unbeeinflusst von Regierungen und festgefahrenen Systemen und ausgestattet mit Geld und klugen Köpfen. Denn jene wären es wohl, die das sogenannte „Startup Country“ als erste besiedeln würde: Reiche und Denker. Die Idee, die hinter Seasteading steht, das ist die Philosophie des Objektivismus von Ayn Rand. Und der fasst sich stringent und gnadenlos zusammen: ein Staat sollte klein und minimalistisch gehalten werden, jeder ist sich selbst der Nächste und wenn jemand etwas für sich tut, dann ist das gut für die Allgemeinheit.

Drei objektivistische Leitwerte sind: Vernunft, Zielorientiertheit und Selbstwertgefühl.
Dennoch stellt der Objektivismus keine egoistische Philosophie dar, sondern sagt: wer darauf aus ist, für sich etwas Gutes zu schaffen, würde dadurch auch anderen nutzen. Und wenn jeder das gleiche anstreben würde, würde sich ein Gesellschaft ergeben, die sich mit Leichtigkeit selbst tragen würde.

Das Resultat für die Kolonie?
Mr Thiel and his colleagues say their ocean state would have no welfare, looser building codes, no minimum wage, and few restrictions on weapons.
Noch nächstes Jahr soll ein schwimmender Prototyp, quasi eine erste Büro-Parzelle, aus dem Hafen von San Francisco ins offene Meer zum zukünftigen Siedlungspunkt starten. Später sollen dann Wohlblöcke folgen, die um die 270 Leute fassen. Und bis 250 soll das neue Land schon Millionen Einwohner haben. Für hat Thiel noch noch etwas mehr über seine Pläne erzählt und einige weitere Facette angesprochen, wie er sich seine schwimmende Nation so vorstellt.

So genial und faszinierend ich die Idee finde: wer Bioshock kennt, der weiß, was mit Ratpure geschah. Diese fantastische Idee eines Utopia unter Wasser. Wie das Projekt von Thiel und Seasteading sollte es frei von Grenzen und Beschränkungen sein. Eine Burg für Freidenker und Futuristen. Doch stürzte es ins Chaos und die Anarchie, zerfleischte sich, bis nur noch Wahnsinn und Zerstörung übrig blieb. Ob's mit dem Startup Country ebenso kommt? Ich hoffe nicht. Denn es wäre zu schön zu sehen, wenn all das tatsächlich funktioniert und wir dem wahren Utopia einen Schritt näher kämen.

Weiterlesen ...

The Cosmonaut

CC SA by riotcinema
Ich freue mich riesig auf Iron Sky. Diesen crowd-funded Film aus Finnland über Nazis auf dem Mond, die Jahrzehnte später mit ihren Nazi-Ufos, Haunebus und Was-die-Nazi-Mythologie-noch-hergibt für einen Rachefeldzug an der Menschheit zur Erde zurückkommen. Großartig platter Plot und ein schräges Setting, das in den bisherigen Bewegt- und Still-Bildern einfach fantastisch rüber kommt.

Bei etwas Nachstöbern über das Projekt und was es vergleichbares gibt, bin ich dann auch tatsächlich noch über ein weiteres crowd-funded Filmchen, das echt Potential hat: The Cosmonaut. Dieser spanische Science-Fiction-Streifen von Nicolas Alcala war ursprünglich als Kurzfilm angesetzt, wird seit 2009 eben über Crowd-Funding als Film in Volllänge produziert – wofür sich einiges interessante Unterstützer gefunden haben: etwa Richard „Lord British“ Garriott, das Luft- und Raumfahrt Museum Spanien und der russische Kosmonaut Boris Valentinovich Volynov. Schaut man sich den Plot an, dann verwundern die Unterstützer nicht mehr so sehr. Denn The Cosmonaut ist ein mystisches Weltraummärchen, das etwas an die crowd-funded Serie Pioneer One erinnert.

Im Jahr 1975 landet der erste russische Kosmonaut auf dem Mond. Seine Rückkehr scheint unmöglich, weshalb er als verschollen und tot abgeschrieben wird. Doch dann geistern gespenstische Funksprüche durch den Äther, in denen des Kosmonauten Stimme behauptet, er sei zurück auf der Erde und habe diese komplett leer und verlassen vorgefunden.
Klingt faszinierend. Leider ist noch nicht sicher, wann die Produktion abgeschlossen sein wird.


Pic CC by riotcinema

Weiterlesen ...

wherethefuckisthis?

Es gibt ja so genial-einfache Ideen. Etwa die, Butter auf's Brot zu schmieren, die Wikipedia zu konsultieren, wenn etwas erklärt haben möchte - oder auch: andere Leute zu fragen, wenn man etwas nicht weiß und nichts dazu finden kann. Und so funkhttp://www.blogger.com/img/blank.giftioniert auch wherethefuckisthis.com. Denn oft findet man im Netz großartige Bilder von fantastischen Loctions. Doch wo wurden die aufgenommen? Das steht meist nicht dabei. Darum kann der geneigte Netznutzer dort dasselbige Photo einstellen, und abwarten, bis sich jemand meldet, der Ahnung davon hat, welchen Ort das Bild nun zeigt.

[via weiss nimmer]

Weiterlesen ...

Klimaanlagen für 20Mrd

Als ich neulich in Los Angeles (dazu irgendwann mehr) war fiel mir wiedermal die furchtbare Besessenheit der Amerikaner für Klimaanlagen auf. Egal in welches Restaurant man geht, egal welche Bar man besucht oder in welchen Laden man geht: alles ist herunter gekühlt bis zum geht nicht mehr. Stellenweise war's sogar so kalt, dass ich aus einem Steakhouse und einer Cocktail-Bar ging und mit triefender Nase wieder raus ging. Und das erste was ich in meinem Hotelzimmer tat, war zu versuchen, die Klimaanlage irgendwie auszuschalten. Daher wundert mich auch die aktuelle Meldung von npr nicht, dass die US Army während des Irak- und Afghanistan-Krieg schlappe 20 Milliarden US-Dollar alleinig für Klimaanlagen und allgemein „Air Conditioning“ ausgegeben haben. 20 Milliarden!

That's more than NASA's budget. It's more than BP has paid so far for damage during the Gulf oil spill. It's what the G-8 has pledged to help foster new democracies in Egypt and Tunisia.

Weiterlesen ...

LA

Die Reisetasche ist gepackt, das Alibi-Sacko gebürstet und der Reisepass liegt bereit. Morgen geht’s für 10 Tage nach Los Angeles. Grund: Vergnügen und etwas Arbeit. Stadt anschauen, mal nach Santa Monica fahren, meinen Freund und ehemaligen Chef treffen und – Yau! - über die E3, die Electronic Entertainment Expo - schlendern. Wird sicher witzig, etwas stressig und hoffentlich ertragreich.

Das ganz ist der weiteste Trip seit langem für mich. Sonst standen in den letzten Jahren meist eher London (über 20 Mal mittlerweile), Paris, Wien, verschiedene Orte in Italien und Osteuropa auf
dem Programm. USA und Kanada hatte ich echt sträflichst vernachlässigt.
Wahrscheinlich liegt's auch daran, dass ich das dumpfe Gefühl habe, dass ich irgendwas vergessen habe. Hosen, T-Shirts, der ganze Elektroschrott: dabei. Die ganzen Unterlagen wie Pass, Esta etc. sind auch dabei. Steckeradapter und Ladegeräte ebenfalls.

Egal. Trotz des ganzen Grusch reise ich mit relativ leichtem Gepäck. Ich verzichte sogar darauf, meine neue Kamera, eine 550 Alpha und ein gigantisches Linsenlager, mitzunehmen und packe stattdessen die alte Alpha 100 mit billigem 28 – 105 Objektiv in den Rucksack. Für eine Phototour werden ich irgendwann noch einen Extratrip unternehmen. Denn der derzeitige Ausflug ist dafür schon einfach zu durchgeplant.

In diesem Sinne. Mach's gut, Deutschland, und danke für die Weißwürste.

Weiterlesen ...

Towel Day 2011 / Handtuchtag - Danke Douglas!

Heute ist Handtuchtag! An diesem 25. Mai gedenken wir alljährlich dem am 11. Mai 2001 im Alter von 49 Jahren verstorbenen Autor,http://www.blogger.com/img/blank.gif Radio-Macher, Visionär, Philosoph, Beinahe-Apple-Chef und großartigen Menschen Douglas Noël Adams. Also dem fantastischen Kerl, der uns „Per Anhalter durch die Galaxis“ aber auch noch einige weitere fantastische Bücher schenkte. Einige seiner Visionen aus diesen Büchern sind heute schon Wirklichkeit geworden. Einen „Per Anhalter“-Reiseführer tragen heute viele mit sich herum. Oder was ist ein Smartphone mit Internetzugang und Wikipedia in den Bookmarks schon anderes als dieses allwissende Gerät aus Adams' Büchern? Und auch mit Delphinen werden wir bald reden können - und anderen fremden Wesen. Zwar ohne Fisch im Ohr. Aber immerhin.

Aus diesen und etlichen anderen Gründen wollen wir diesen froody Kerl ehren – der übrigens nie einem guten Bier oder Wiener Schnitzel abgeneigt war. Und das tun wir, in dem wir am heutigen Tag stets mit einem Handtuch durch die Gegend latschen – dem wohl nützlichsten, was was der interstellare Anhalter besitzen kann.
Laut dem Buch „Per Anhalter durch die Galaxis“ ist es von „großem praktischem Wert - man kann sich zum Wärmen darin einwickeln, wenn man über die kalten Monde von Jaglan Beta hüpft; man kann unter den so rot glühenden Sternen in den Wüsten von Kakrafoon darunter schlafen und nass ist es eine ausgezeichnete Nahkampfwaffe; man kann es sich vors Gesicht binden, um sich gegen schädliche Gase zu schützen oder dem Blick des Gefräßigen Plapperkäfers von Traal zu entgehen (ein zum Verrücktwerden dämliches Vieh, es nimmt an, wenn du es nicht siehst, kann es dich auch nicht sehen - bescheuert wie eine Bürste, aber sehr, sehr gefräßig); bei Gefahr kann man sein Handtuch als Notsignal schwenken und sich natürlich damit abtrocknen, wenn es dann noch sauber genug ist.“

Gerne darf man außer dem Handtuch natürlich auch einen Schlafanzug und Bademantel mit sich rumschleppen – auch direkt am Körper. Ach. Die Ausgabe von „Per Anhalter Galaxis“ in der Hand nicht vergessen – die ist wichtig. Und wenn jemand fragt: „Hey, warum trägst du ein Handtuch mit dir rum?“ Erkläre nicht den Handtuchtag, sondern verweise den Fragenden auf DAS BUCH!

In diesem Sinne: Mach's gut, Douglas, und danke für all die Bücher!

Weiterlesen ...

Bitcoin

Es ist schon eine ganze Zeit her, dass ich das letzte Mal etwas von Bitcoin gehört habe. Einer alleinig digital existierenden Währung, die ohne Banken und Regularien auskommt – und deren Fluss nicht zu überwachen ist. Die sonst aber funktioniert, wie jede andere Währung auch. Man kann Euro, Dollar etc. in Bitcoins wechseln und umgekehrt, physische und digitale Güter damit bezahlen – zumindest schon einige – und auch Geldsummen überweisen. Aber die's alles eben vollkommen anonym, unbeobachtet und angeblich nicht zurückverfolgbar. Das alles eröffnet viele Türen und Tore: man könnte heimlich Spenden an Organisationen wie Wikileaks richten, große Geldsummen einfach verschwinden lassen und auch Geld waschen. Drogendealer und Waffenhändler als auch Porno-Vertriebe sollen angeblich schon Bitcoins akzeptieren.

Das ganze fußt dabei aus einem ausgefeilten aber zugegebenermaßen komplexen System. So muss das Geld, die Bitcoins, erst generiert werden. Und zwar in dem auf dem eigenen Rechner Aufgaben und Gleichungen gelöst werden. Ähnlich Seti @ Home rechnet der eigene Computer vor sich hin und schaltet so in einem immer langsamer werdenden Prozess Coins frei – man erarbeitet sich das Geld quasi. Aber nicht unendlich viel. Denn wenn irgendwann weltweit 21 Millionen Coins erreicht sind, ist Schluss.

Neue Bitcoins berechnen sich durch die Formel (6 * 50 Bitcoins/Stunde) * (eigene CPU-Geschwindigkeit / Summe der totalen CPU-Geschwindigkeit des Netzwerkes), womit die Generierung von 50 Bitcoins auf einem handelsüblichen Computer ca. 1 Jahr dauern würde. Demnach lohnt sich Generierung im großen Stil nur mit GPUs oder größeren Computernetzwerken, welche allerdings aufgrund des Strompreises (noch) in keinem Verhältnis zum Marktwert der Bitcoins stehen.
Gehandelt werden die Bitcoins über ein furchtbar verschwurbeltes und damit recht sicheres p2p-System, bei dem Transaktionen quasi von mehreren Mitmenschen im System anonym beobachtet und quasi als Zeugen gegengezeichnet werden. Dazu lässt sich die eigene Adresse, das Konto quasi, stets neu angelegen. Und so lange auch nur zwei Menschen weiter im System hängen, ist das weiterleben von Bitcoin eigentlich garantiert. Zensur, Kontrolle, Stilllegung? Nicht drin! Theoretisch.

Das könnte so manchem Staat, Institution und Rechtsverfolgungsbehörde gehörig gegen den Strich gehen. Sogar gefährlich werden. Denn anonyme Transaktion von Geld, das war schon immer ein Dorn im Auge der Mächtigen. Daher gehen schon Gerüchte und Befürchtungen, Bitcoin könnte alsbald verboten werden.

Für mich selbst ist Bitcoin erstmal ein verdammt mutiges Projekt. Und eines, das Beachtung verdient. Nicht zuletzt, da auch schon in den Cyberpunk-Romanen der 80er und 90er derartige Gedankenspiele über virtuelle Währungen zu lesen waren. Im Untergrund wurde in diesen Büchern mit solchen Währungen am Staat vorbei gehandelt. Und Unterdrückung, Regulation und Kontrollinstanzen umgangen. Mal schauen, was das wird.

Ach, auch sehr lesenswert: Bitcoin: Das gefährlichste Open Source Projekt aller Zeiten?

Weiterlesen ...

MapKibera

Kibera ist ein Slum in Nairobi. Seit 1963 gilt es als illegal; es ist verboten, dort zu wohnen, zu bauen und zu leben. Das hat die Bewohner jedoch wenig interessiert. Ohne behördliche Hilfe schufen sich tausende Mittellose ein zu Hause. So entstand über Jahre das größte Slum der Welt. Eine unendliche Weite von Wellblech- und Holzhütten. Eine eigene Stadt, die nicht anerkannt, deren Einwohner nicht registriert und deren Straßen, Wege und Häuser nicht kartographiert sind.
Webentwickler Mikel Maron und einige der Kibera-Bewohner wollen das mit MapKibera ändern. Seit 2009 gehen Maron und seine Anhänger mit GPS-Geräten die verzweigten Wege im sich stets verändernden Kibera ab und haben mittlerweile ein recht gute Übersicht des 4.500 Quadratmeter großen Konstruktes.

Weiterlesen ...

Ein Türke tritt wegen Sarrazin aus der SPD aus

Thilo Sarrazin darf in der SPD bleiben. Weil: er sagte, es war ja alles nicht so gemeint, was er mehrfach gesagt und geschrieben hat. Ist eigentlich alles ganz anders, meint der Ex-Bundesbanker. Und die SPD-Spitze glaubt das; oder tut zumindest so, als ob sie das glaubt. Schließlich sind bald Wahlen und man will ja den Stammtisch nicht vergraulen. Dass damit über kurz oder lang mehr Schaden als Nutzen entsteht, dass möchte die ehemalige Volkspartei nicht sehen oder ignoriert es stoisch. Aber es ist so: die SPD hat ihre Grundsätze mit Füßen getreten. Und bei der Zeit spricht das ein türkischer SPDler aus und verlässt seine Partei.

...ich habe lange mit mir gerungen, bis ich mich dazu entschieden habe, diesen Brief zu schreiben. Ich bin nur ein einfaches Mitglied, aber: Nach 36 Jahren in der SPD tut es mir im Herzen weh, Euch zu sagen, dass ich die Partei verlasse. Ich trete aus. Es bleibt mir nichts anderes übrig, wenn ich mir und meinen politischen Überzeugungen treu bleiben möchte.

Weiterlesen ...

Das tiefste Loch der Welt

Ich mag ja Superlativen und latenten Größenwahn. Daher hab ich mit Begeisterung diesen schon etwas älteren Artikel im Freitag gelesen. Ein Reportage-Feature über die Kola-Bohrung; ein Extrem-Tief-Bohrung im Russland der 80er Jahre, durch die das bis heute tiefste Loch der Welt geschaffen wurde.

Ein Turm wie ein Krüppel und ein radioaktives Diamantenzimmer. Spurensuche auf der Kola-Halbinsel in den Ruinen der größten geologischen Forschungsstation SG-3 (...)

Weiterlesen ...

Operation Tomodachi


Die Lage in Japan ist immer noch schrecklich. Daher will ich hier erst gar nicht Worte wie GAU bemühen. Denn wer nicht gerade in einer mit Blei ausgekleideten Zelle in einem Kellerloch wohnt, wird mitbekommen haben gerade los ist. Weniger mitbekommen haben wohl manche von Operation Tomodachi, einer Hilfsoperation der US-Streitkräfte, die nun Japan in Sache Katastrophenbewältigung nun zur Hand gehen wollen.

Weiterlesen ...

Pete Eckert


Pete Eckert ist Photograph. Und zwar ein Guter; seine Bilder sind surreal, zeigen düstere Szenen mit verschwommenen Gestalten, die aus Licht und Bewegung bestehen. Echte Kunstwerke. Doch ist Pete auch selbst besonders, denn er ist blind. Ein toller Videobeitrag aus der Artist Wantet Reihe, die immer wieder faszinierende Menschen beleuchtet.

Weiterlesen ...

Menasse über Arbeit

Fluter, das Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung, hat ein interessantes Interview mit Robert Menasse am Start. Das Mag spricht mit dem Philosoph über Arbeit und was Menschen alles für Geld machen: nämlich alles. Und darüber, warum wir Menschen doch so sehr an der Arbeit hängen, obwohl vieles eigentlich Maschinen überlassen werden könnte.

Man muss zwischen arbeiten und tätig sein unterscheiden. Wenn die Arbeit dazu führt, dass man sich dabei selbst erfährt und seinem Leben einen Ausdruck gibt, dann ist sie nicht entfremdet und eine vernünftige Tätigkeit. Wenn die Tätigkeit dagegen trostlos und entfremdet ist, ist es auf jeden Fall Arbeit.

Weiterlesen ...

Fieberbeschäftigung

Da liege ich nun. Mein Kopf fühlt sich an, als würde jemand von innen mit einer in Zitronensaft getränkten Schaufeln gegen meine Schädeldecke prügeln. Und auch sonst fühle ich mich herzlich kränklich. Danke dafür an die nette Dame, die mir in der Sbahn direkt ins Gesicht genießt hat.

Immerhin. Mal wieder eine Gelegenheit, sich ins Heiabettchen zu mümmeln und alle Rambo-, Predator- und Kubrick-Filme am Stück zu schauen.

Weiterlesen ...

Kinojahr 2011


Im letzten Jahr war ich definitiv zu selten im Kino. Bis auf einige Highlights und Must-Sees hab ich kaum im Kinosessel gesessen. Zuviel Arbeit, zuviel Stress, zu wenig … Lust. Das wird sich 2011 ändern. Nicht zuletzt da dieses Jahr einige „echt fette“ und „verdammt strange“ Streifen laufen, die ich einfach sehen muss.

Weiterlesen ...

Eine Reportage über René Walter:„Ich wollte schon immer die beste Website im Netz haben.“

Aktuell scheint die Blog-Welt mal wieder bedroht. So jedenfall der Hall des Getöses. Euroweb, ein Web-Dienstleister, hat René Walter von Nerdcore die Domain nerdcore.de "wegpfänden" lassen. Eine rechtlich legitimierte Aktion. Grund: ein älterer Rechtsstreit, wenn ich das alles richtig verstanden habe. Eine skurrile Situation, die aber mittlerweile für beide Seiten blöd ist.

Wie dem auch sei. Vor einiger Zeit hatte ich für einen Jouralistik-Kurs eine Reportage (bzw. ein reportageartiges Kurzportrait) über René verfasst. Eines das ich schon längst hier veröffentlichen wollte, es aber in seiner Endform nicht mehr finden konnte. Daher: hier die unlektorierte Erstfassung, die ich in den Untiefen eines USB-Sticks ausgrub. Nicht gerade eines meiner besten Werke. Aber ich hoffe an der Stelle dennoch etwas zur objektiven Sicht auf die Dinge beizutragen. Vor allem zum Bild von René, den ich als geselligen Kerl, herzigen Menschen und vor allem loyalen und kämpferischen Typen kennen und schätzen lernte. Vor allem in der Situation, da diese Reportage entstand und wir beide uns trotz Grippe, Triefnasen und fetten Ringen unter den Augen gegenseitig mit sinnvollen Informationen zu versorgen suchten. (An dieser Stelle nochmal: danke, René)

Weiterlesen ...

Wie J. J. Abrams Fiktion zu Realität werden lässt.

Der Produzent, Regisseur und Serien-Konzeptionist J. J. Abrams lässt eine Vinyl-Platte einer fiktiven Band aus der TV-Serie Fringe pressen und verteilt sie in Plattenläden in den ganzen USA. Schräg, und wohl die Zukunft von TV, Fernsehen und interaktiver Unterhaltung. Immer stärker verschmelzen Fiktion und Realität - denn genau das ist's, was viele reizt.

Abrams hat's erkannt. Vor allem jungen Menschen reicht's nicht mehr, nur Abend im Fernsehen, im Netz oder im Kino mit herrlicher Fiktion, anderen Welten und absonderlichen Mysterien aus der drögen Alltagswelt gezerrt zu werden. Vielmehr ist's so, dass eben jene dröge Alltagswelt mit Prisen aus fantasievoller Fiktion und spannenden Nervenkitzel angereichert werden soll. Wieso sonst gewinnen Alternate Reality Games immer mehr Anhänger und werden Usus beim Bewerben von Videogames, Filmen und Serien – vor allem eben jnen von Abrams, der damit den Pseudo-Doku-Flick Cloverfield befeuerte. In Alternate Reality Games – ARGs – werden spielerische Elemente ins normale Leben geholt. Im Web werden Hinweise auf Geheimnisse platziert, Bloggern werden geheimnisvolle Pakete mit mysteriösen Inhalten zugespielt, deren Rätsel und Hintergedanken es zu lösen gilt. Oder: Communitys oder Firmen ersinnen gleich ganze fiktive Verschwörungen, die Spieler auflösen dürfen. Dafür warten sie an öffentlichen Münzfernsprechern auf eingehende Telefonate von „Mr. X“, treffen sich mit „Informanten“ oder werden gar von den Spielmachern entführt.

Die Sache mit den Platten ist Teil eines solche ARGs. Violet Sedan Chair nennt sich die erdachte 70s Band deren Schallplattenalbum SEVEN SUNS JJ pressen und in Indie-Plattenläden verteilen ließ - schon vor Monaten. Und jede dieser Platten soll ein Teil eines Puzzles, eines ARGs, sein: Spoiler-Hinweise, Tipps, Hintergründe um den Fortgang der Serie Fringe sollen sich darin verbergen. In den Namen der Lieder, den Texten und dem Albumcover sollen die versteckt sein. In Blogs und Foren wird schon diskutiert. Ich verstehe das, hab ich mich doch zu Cloverfield selbst in den Sumpf aus Websites, Pics und Slusho gestürzt, hab gar ein Blogs dazu aufgemacht, weil ich so dermaßen angeheizt und fasziniert war.

Klar, solch ARGs mögen nicht die große Masse teasen. Aber sie halten die Fans, die Unterstützer und Anhänger der Serien bei Laune. Jene, die sich mit den Serien, Filmen, deren Welt und Charakteren identifizieren – also jenen, die DVDs, Blu-Rays und Merchandising kaufen. Außerdem: man fühlt sich von den Machern beachtet, JJ selbst hat in Wired einen Artikel um Faszination und Mysterien geschrieben und wie sie unser Leben bereichern. Solch ARGs lassen einen aktiv werden – meist im Netz. Doch die Platten-Story lässt die echten Mitspieler hinaus in die Welt streifen; an die frische Luft gehen, ums so zu sagen. Na, wenn das mal nichts gutes für die Nerds ist.

Weiterlesen ...