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Wie J. J. Abrams Fiktion zu Realität werden lässt.

Der Produzent, Regisseur und Serien-Konzeptionist J. J. Abrams lässt eine Vinyl-Platte einer fiktiven Band aus der TV-Serie Fringe pressen und verteilt sie in Plattenläden in den ganzen USA. Schräg, und wohl die Zukunft von TV, Fernsehen und interaktiver Unterhaltung. Immer stärker verschmelzen Fiktion und Realität - denn genau das ist's, was viele reizt.

Abrams hat's erkannt. Vor allem jungen Menschen reicht's nicht mehr, nur Abend im Fernsehen, im Netz oder im Kino mit herrlicher Fiktion, anderen Welten und absonderlichen Mysterien aus der drögen Alltagswelt gezerrt zu werden. Vielmehr ist's so, dass eben jene dröge Alltagswelt mit Prisen aus fantasievoller Fiktion und spannenden Nervenkitzel angereichert werden soll. Wieso sonst gewinnen Alternate Reality Games immer mehr Anhänger und werden Usus beim Bewerben von Videogames, Filmen und Serien – vor allem eben jnen von Abrams, der damit den Pseudo-Doku-Flick Cloverfield befeuerte. In Alternate Reality Games – ARGs – werden spielerische Elemente ins normale Leben geholt. Im Web werden Hinweise auf Geheimnisse platziert, Bloggern werden geheimnisvolle Pakete mit mysteriösen Inhalten zugespielt, deren Rätsel und Hintergedanken es zu lösen gilt. Oder: Communitys oder Firmen ersinnen gleich ganze fiktive Verschwörungen, die Spieler auflösen dürfen. Dafür warten sie an öffentlichen Münzfernsprechern auf eingehende Telefonate von „Mr. X“, treffen sich mit „Informanten“ oder werden gar von den Spielmachern entführt.

Die Sache mit den Platten ist Teil eines solche ARGs. Violet Sedan Chair nennt sich die erdachte 70s Band deren Schallplattenalbum SEVEN SUNS JJ pressen und in Indie-Plattenläden verteilen ließ - schon vor Monaten. Und jede dieser Platten soll ein Teil eines Puzzles, eines ARGs, sein: Spoiler-Hinweise, Tipps, Hintergründe um den Fortgang der Serie Fringe sollen sich darin verbergen. In den Namen der Lieder, den Texten und dem Albumcover sollen die versteckt sein. In Blogs und Foren wird schon diskutiert. Ich verstehe das, hab ich mich doch zu Cloverfield selbst in den Sumpf aus Websites, Pics und Slusho gestürzt, hab gar ein Blogs dazu aufgemacht, weil ich so dermaßen angeheizt und fasziniert war.

Klar, solch ARGs mögen nicht die große Masse teasen. Aber sie halten die Fans, die Unterstützer und Anhänger der Serien bei Laune. Jene, die sich mit den Serien, Filmen, deren Welt und Charakteren identifizieren – also jenen, die DVDs, Blu-Rays und Merchandising kaufen. Außerdem: man fühlt sich von den Machern beachtet, JJ selbst hat in Wired einen Artikel um Faszination und Mysterien geschrieben und wie sie unser Leben bereichern. Solch ARGs lassen einen aktiv werden – meist im Netz. Doch die Platten-Story lässt die echten Mitspieler hinaus in die Welt streifen; an die frische Luft gehen, ums so zu sagen. Na, wenn das mal nichts gutes für die Nerds ist.