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Bitcoin

Es ist schon eine ganze Zeit her, dass ich das letzte Mal etwas von Bitcoin gehört habe. Einer alleinig digital existierenden Währung, die ohne Banken und Regularien auskommt – und deren Fluss nicht zu überwachen ist. Die sonst aber funktioniert, wie jede andere Währung auch. Man kann Euro, Dollar etc. in Bitcoins wechseln und umgekehrt, physische und digitale Güter damit bezahlen – zumindest schon einige – und auch Geldsummen überweisen. Aber die's alles eben vollkommen anonym, unbeobachtet und angeblich nicht zurückverfolgbar. Das alles eröffnet viele Türen und Tore: man könnte heimlich Spenden an Organisationen wie Wikileaks richten, große Geldsummen einfach verschwinden lassen und auch Geld waschen. Drogendealer und Waffenhändler als auch Porno-Vertriebe sollen angeblich schon Bitcoins akzeptieren.

Das ganze fußt dabei aus einem ausgefeilten aber zugegebenermaßen komplexen System. So muss das Geld, die Bitcoins, erst generiert werden. Und zwar in dem auf dem eigenen Rechner Aufgaben und Gleichungen gelöst werden. Ähnlich Seti @ Home rechnet der eigene Computer vor sich hin und schaltet so in einem immer langsamer werdenden Prozess Coins frei – man erarbeitet sich das Geld quasi. Aber nicht unendlich viel. Denn wenn irgendwann weltweit 21 Millionen Coins erreicht sind, ist Schluss.

Neue Bitcoins berechnen sich durch die Formel (6 * 50 Bitcoins/Stunde) * (eigene CPU-Geschwindigkeit / Summe der totalen CPU-Geschwindigkeit des Netzwerkes), womit die Generierung von 50 Bitcoins auf einem handelsüblichen Computer ca. 1 Jahr dauern würde. Demnach lohnt sich Generierung im großen Stil nur mit GPUs oder größeren Computernetzwerken, welche allerdings aufgrund des Strompreises (noch) in keinem Verhältnis zum Marktwert der Bitcoins stehen.
Gehandelt werden die Bitcoins über ein furchtbar verschwurbeltes und damit recht sicheres p2p-System, bei dem Transaktionen quasi von mehreren Mitmenschen im System anonym beobachtet und quasi als Zeugen gegengezeichnet werden. Dazu lässt sich die eigene Adresse, das Konto quasi, stets neu angelegen. Und so lange auch nur zwei Menschen weiter im System hängen, ist das weiterleben von Bitcoin eigentlich garantiert. Zensur, Kontrolle, Stilllegung? Nicht drin! Theoretisch.

Das könnte so manchem Staat, Institution und Rechtsverfolgungsbehörde gehörig gegen den Strich gehen. Sogar gefährlich werden. Denn anonyme Transaktion von Geld, das war schon immer ein Dorn im Auge der Mächtigen. Daher gehen schon Gerüchte und Befürchtungen, Bitcoin könnte alsbald verboten werden.

Für mich selbst ist Bitcoin erstmal ein verdammt mutiges Projekt. Und eines, das Beachtung verdient. Nicht zuletzt, da auch schon in den Cyberpunk-Romanen der 80er und 90er derartige Gedankenspiele über virtuelle Währungen zu lesen waren. Im Untergrund wurde in diesen Büchern mit solchen Währungen am Staat vorbei gehandelt. Und Unterdrückung, Regulation und Kontrollinstanzen umgangen. Mal schauen, was das wird.

Ach, auch sehr lesenswert: Bitcoin: Das gefährlichste Open Source Projekt aller Zeiten?