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Ein paar Gedanken zu Metal Gear Solid 5

Weil ich gerade Chefredakteur spielen darf, konnte ich dieses Jahr leider nicht an der GDC in San Francisco teilnehmen. Mist! Denn ausgerechnet dieses Jahr fand eine der skurrilsten Enthüllungen statt: Hideo Kojima hat Metal Gear Solid 5 enthüllt. Das heißt einen Teil davon – aber irgendwie doch alles. Denn schon im August 2012 hatte Kojima Metal Gear Solid: Ground Zeroes vorgestellt. Ein Open-World-Game, das sich um Big Boss dreht. Im Februar wurde dann auf den Spike Awards The Phantom Pain enthüllt: angeblich das Game eines schwedischen Entwicklers namens Moby Dick Games, das unter Führung von einem Joakim Mogren entsteht. Dabei sieht das Game erstaunlich nach Metal Gear aus – enthält viele Anspielungen und Referenzen zum MGS-Universum. Doch Kojima selbst sagte: er wisse von nichts, er habe zwar auch Parallelen entdeckt, habe aber nichts damit zu tun. Ein Narrenspiel!

Eine falsche Website; eine Grafik-Engine, die eindeutig als Fox-Engine zu identifizieren ist; ein CEO eines Studios, von dem noch nie jemand gehört hat. Ich hatte sogar bei bekannten schwedischen Entwicklern angefragt, ob sie etwas über Moby Dick Studios gehört hätten: Fehlanzeige. "Wenn sich da irgendwo ein Haufen fähiger Entwickler zusammenrottet, dann wüssten wir davon", wurde mir gesagt. Über insgesamt drei Seiten hatte ich diese Geschichte analysiert, wieso The Phantom Pain in Wahrheit Metal Gear Solid 5 ist – und ich hatte recht, größtenteils jedenfalls. Denn jetzt war's vorbei mit der Täuschung. Wie der Japaner am 27. März auf der Bühne erklärte, ist's so: The Phantom Pain heißt in Wirklichkeit Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain. Aber damit ist's nur ein Teil von dem was Metal Gear Solid 5 eigentlich sein soll – denn den anderen Part bildet Ground Zeroes. Beide Games sind getrennte Einheiten, eigene Spiele. Dennoch gehören sie aber zusammen und bilden gemeinsam eine narrative Einheit, die zusammen erst richtig funktioniert: eben als Metal Gear Solid 5. Ob daher auch Ground Zeroes alsbald eine 5 im Namen tragen wird? Hierzu wurde mir gesagt: "Hast du jemals ein Logo zum Spiel gesehen?" Stimmt! Da kommt sicher noch was.

Aber wieso sind die Spiele nun getrennt - aber dann auch wieder nicht. Meine Theorie: Laut Kojima und den MGS5-Trailer erleidet Big Boss einen Unfall. Fällt ins Koma – für insgesamt 9 Jahre. Ground Zeroes erklärt die Vorkommnisse, die zu diesen Bruch im Leben führen – die Zeit vor dem Koma. The Phantom Pain setzt nach dem Koma ein und zeigt, was anschließend geschieht. Nämlich, dass sich durch Boss' Koma und Hirnverletzungen – er ist gen Ende des Trailers mit einem Schrappnell im Kopf zu sehen -, sich seine Wahrnehmung verändert: Realität und Einbildung verschwimmen: er sieht flammende Wale und Pferde, explodierende Straßen und vieles mehr. Anders formuliert: der mediale Bruch – die getrennten Spiele – spiegeln den narrativen Bruch in der Spielstruktur wieder. Zeigen auch anfassbar und sichtbar den Trennstrich, der sich auch in der Lebensgeschichte von Big Boss darstellt. Eine interessante, geniale Überlegung. Nett wär's noch, wenn zwischen dem Erscheinen der Spiele noch ein Zeitraum von 9 Wochen oder Monaten liegen würden. Apropos 9 Jahre… stehen die symbolisch für die Wiedergeburt? Wer weiss. Vielleicht interpretiere ich da etwas zu viel hinein.

Aber ein interessanter Gedankengang, denke ich.