Hallo werter Besucher. Schön, dass du hergefunden hast. Leider wird dieses Webblog nicht mehr aktualisiert. Aber keine Bange. Denn NEIN JA ERLEDIGT LOS ist nur umgezogen. Und zwar hierhin!

Julians erstes Jahr

Heute feiert Julian Assange sein Einjähriges. Genau vor einem Jahr ist der Wikileaks-Gründer – eben am 19. Juni – in die ecuadorianische Botschaft in London getürmt, um der Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Denn dort soll er weiterhin wegen Vergewaltigungsvorwürfen einem Gericht vorgeführt werden. Getan hat sich seit seiner Flucht nicht sonderlich viel.

Am letzten Montag hatten sich zwar Ecuadors Außenminister Ricardo Patiño und sein britisches Pendant, William Hague, zu einem Gespräch getroffen. Doch herausgekommen ist nichts. Alleinig, dass das Problem um den Asylbürger Julian zu klären sei, wurde festgehalten und die nebulöse Übereinstimmung, dass man vielleicht eine Arbeitsgruppe hierfür bilden solle. Denn nach wie vor sind die Fronten ob der diplomatischen Verpflichtungen der beteiligten Länder verhärtet. Und vor allem an Julian kann das auf Dauer sicher nicht unbeschadet vorüber gehen, auch wenn, wie es heißt, der Wikileaks-Gründer trotz seines eingeschränkten Bewegungsraumes frohen Mutes sei. Das ist etwas schwer zu glauben. Denn über ein Jahr die immer gleichen Wände anstarren, ohne Aussicht, alsbald hinaus auf die Straße treten zu dürfen, das muss die Stimmung drücken. Vor allem bei jemanden, der es gewohnt ist, um die Welt zu reisen und Menschen zu treffen. Immerhin: ganz abgeschirmt ist Julian nicht, das hat ja die Mediengruppe Bitnik gezeigt, die dem Hackerhirn ein Paket mit eingebauter Kamera zukommen ließ.

Wegen der verzwickten Lage kochten im Netz immer wieder mal Ideen hoch, wie trotz Haftbefehls bei der britischen Polizei das Land verlassen könne. So könnte er etwa durch Ecuador zum UN-Sonderbeauftragten ernannt werden und so dank Immunität ein Flugzeug besteigen. Auch eine James-Bond-Flucht via Hubschrauber über den Heliport des gegenüber der Botschaft liegenden Edelhotels Harrods wurde in manch News Group und Mailingliste debattiert.

Ich persönlich glaube, dass sich in absehbarer Zeit nicht allzu viel tun wird. Dafür sind die Verpflichtungen und Ansprüche zu verfahren. Daher hoffe ich auf einen ebenso spektakulären Rettungsstunt aus der Botschaft heraus, wie jener, der Julian erst schon hineingebracht hat.