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Der Tod des Hugendubel am Marienplatz

Ich hatte es tatsächlich gelesen, als ich auf einer der Leseinseln saß und auf dem iPhone durch Twitter scrollte: die Hugendubel-Filiale am Münchner Marienplatz macht dicht. 2016 muss die legendäre Großbuchhandlung die Räume direkt gegenüber des Neuen Rathaus verlassen. Seit 1978 gibt es sie bereits dort und ist für viele eine feste Institution. Selbst oder gerade ob des boomenden Online-Buchhandels. Denn wo sonst hat man eine Möglichkeit, sich durch fünf Etagen voller Bücher zu kramen und diese ungestört in denen legendären Couchgarnituren auch gleich vor Ort zu genießen. Oder im letzten Stock mit Blick auf den Marienplatz oder den alten Peter bei Kaffee und Kuchen anzuschmöckern. 

Ja, für mich gehört der Hugendubel am Marienplatz einfach zu München, wie das Hofbräuhaus oder der Stachus. Dennoch muss der Laden nun in zwei Jahren dort raus. Denn die begehrte, ziemlich attraktive und teure Immobilie gehört der Bayrischen Hausbau. Und zwischen jener und Hugendubel kam es nun leider nicht zu einer Verlängerung des Mietvertrags über die Räumlichkeiten. Stattdessen läuft der bestehende Vertrag eben aus – und dann muss die Bücherwelt verschwinden. Das hängt überdies aber auch mit einer geplanten Renovierung des gesamten Gebäudes zusammen. Dabei soll endlich die furchtbar hässliche 90er-Jahre-Fassade umgearbeitet aber auch der Innenraum neu konzipiert werden. Hugendubel, so die SZ, habe einen Vorschlag für die Raumnutzung eingereicht. Aber die Bayrische Hausbau habe sich für eine andere und wohl gewinnbringendere Idee entschieden. Stattdessen soll nämlich nun ein Telekom-Laden die ersten drei Etagen beziehen. Die fünfte und sechste werden als Büroräume umgestaltet.

Wie mir eine Hugendubel-Verkäuferin sagte, seien alle aus der Filiale recht geschockt gewesen. „Wir hätten nicht gedacht, dass diese Filiale hier je etwas zustoßen könnte“, meinte sie. „Viele von uns arbeiten schon seit Jahren hier und … immerhin haben wir noch etwas Zeit.“ Wie die Mitarbeiterin meint, würden die Verkäufer und anderen Angestellten wohl erst mal auf die anderen Filialen wie am Stachus, den Fünf Höfen, im OEZ usw. verteilt. Außerdem schaue die Geschäftsführung des Familienunternehmens, wo es einen alternativen Standort für die Prestigehandlung geben könnte. „Eventuell findet sich in der Sendlinger Straße etwas.“

Seit Bekanntwerden haben schon viele Münchner ihre Traurigkeit über das verschwinden des geliebten Buchladens kundgetan. „Ja, so einige können es gar nicht glauben“, meint die Verkäuferin. „Viele haben hier bereits als Kind eingekauft und sind tatsächlich bestürzt. Das hier ist halt nicht nur irgendein Buchkaufhaus.“ Mittlerweile kleben Fans des Marienplatz-Hugendubel demonstrativ Post-its mit „Wir wollen den Hugendubel behalten“ und „Der Hugendubel muss bleiben“ an die Glaswände des Traditionsgeschäftes. Ob das was ändern wird? Wohl eher nicht. Schade.