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Newsweek, Satoshi Nakamoto - Eine kurze Betrachtung

Das amerikanische Magazin Newsweek wollte für sein Comeback im Printsegment einen echten Scoop. Eine Story, die Aufsehen erregt und wahrgenommen wird. Das hat sie geschafft: in rund 4.500 zweifelsohne interessant und herrlich lapidar getexteten Zeichen behauptet die Newsweek-Autorin Leah McGrath Goodman, sie habe den Erfinder der Bitcoins enttarnt. Der Mann, der unter dem vermeintlichen Pseudonym Satoshi Nakamoto bekannt ist, heiße wirklich so: Dorian Prentice Satoshi Nakamoto. Ein 64-jährige Japaner und Physik-Genie mit schiefer Brille aus Los Angeles sei das Genie, das digitale und mittlerweile weltweit bekannte Parallelwährung erfand. In einem kurzen Gespräch habe Nakamoto verlauten lassen, dass er nichts mehr mit Bitcoin zu habe.

Doch der vermeintliche Bitcoin-Erfinder und angeblicher Besitzer von rund 100.000 Millionen Bitcoins bestreitet dies. Als Journalisten sein Haus belagerten, hat sich der ältere Herr einen Journalisten der AP geschnappt, sich von diesem Sushi spendieren lassen und in einem ausführlichen Interview angeben, die Newsweek-Autorin Goodman habe ihn falsch verstanden oder seine Aussagen verdreht. Dazu hat sich auch der angeblich wirklich echte Satoshi Nakamoto derweil in dem Forum zu Wort gemeldet, wo er vor rund vier Jahren mit dem selben Konto Bitcoin vorstellte und diskutierte: "I am not Dorian Nakamoto."

Eine schwierige Situation. Denn entweder lügen Dorian Prentice Satoshi Nakamoto und der Internet-Satoshi. Oder die Newsweek hat einen kapitalen Fehler gemacht, einen alte Herrn einer grotesken Aufmerksamkeitswelle und unvorhersehbaren Gefahren ausgesetzt. Denn wäre Dorian Nakamoto der Bitcoin-Erfinder, besäße er ein Vermögen in der Digitalwährung, das in etwa 400.000 Millionen US-Dollar entspräche.

Das Problem: weder die Behauptungen von Dorian Prentice Satoshi Nakamoto noch von Newsweek lassen sich 100-prozentig belegen. Niemand hat den tatsächlichen Bitcoin-Erfinder jemals gesehen oder gesprochen; Kontakt, selbst mit den Co-Erschaffern der Digitalwährung, erfolgte stets via Chat oder Email. Dorian Nakamoto bietet optisch zwar ein illusteres Bild, scheint jedoch intelligent und kann Anstellungen beim US-Militär und der Federal Aviation Admistration vorweisen.

Die Fragen scheinen derzeit also: Könnte Dorian Nakamoto der mysteriöse Satoshi Nakamoto sein? Die Antwort: Wir können es nicht mit Sicherheit be- noch widerlegen.

Und: Hat die Newsweek mit ihrer Story einen Fehler gemacht? Antwort: Offensichtlich schon. Zumindest steht die Geschichte auf einem äußerst porösen Fundament, das kräftige bröckelt. Zwar hat Goodman eine nachvollziehbare Ketten von Anekdoten und Indizien vorgelegt, aber wirkliche Beweise? Nein.

Fakt ist jedoch auch. Ob die Geschichte nun Humbug ist, oder nicht. Die Newsweek steht zu ihr. Auch hat sie dem Magazin eine gigantische Aufmerksamkeit verschafft, die den Verkaufszahlen und Website-Visits sicher zuträglich sind.