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Photographieren in New York

New York, New York. Da war ich vor einigen Tagen aus beruflichem Anlass. Alleine der war schon großartig genug: ich hatte im Zuge ihres Gastauftritts in Alien Isolation die Gelegenheit mit Sigourney Weaver zu sprechen. Eine liebenswerte, nette und ganz und gar bodenständige Frau ist das, die selbst meine dümmsten Fragen mit herzigen Antworten würdigte. Abseits dessen blieb jedoch auch Zeit, durch die Stadt zu stromern und – genau – etwas zu photographieren. Leider schaffte ich es nicht großartig aus Manhattan heraus. Aber schon das kleine Inselchen bietet genug Wahnsinn, Trubel und interessante Szenen um nicht zu enttäuschen.

Alleine dass diese Stadt funktioniert ist für mich ein großes Wunder. Denn ob nun am Time Square, am neuen World Trade Center oder Rockefeller Plaza, stetig hatte ich das Gefühl, das gesamte Konstrukt New York City stehe stets vor dem Infarkt. Denn so hochtechnisiert und modern beispielsweise das One WTC und die Leuchtreklamen am Time Square sind, so marode ist die öffentliche Infrastruktur, das Strom- und das Straßennetz. Schon dass breite Schlaglöcher und brüchige Bürgersteige teils schlicht mit Holz und Klebeband geflickt werden: irrsinnig. Und dass quasi stets und ständig irgendwelche Straßenteile von der Polizei gesperrt werden müssen, da das Befahren dieser schlicht zu gefährlich wäre oder die wenige Zentimeter unter dem Asphalt liegenden Fernwärme- und Wasserrohre geborsten sind, sagt viel aus.

Dennoch: New York ist für mich eine der interessantesten Städte der Welt. Die Menschen, die Gegensätzlichkeiten, das dauerhafte Rauschen des Lebens … Gelbe Ford-Crown-Victoria tuckern über das Pflaster und Gullis aus denen warmer Dampf nach oben dringt. Der herrliche Duft von gebratenen Steaks und frischen Brot wechselt auf wenigen Metern zum Gestank von verfaulendem Obst und ungewaschenen Obdachlosen. Neogotische Häuser reihen sich an Paläste aus Glas und Stahl und die wiederum am herrliche Art-Déco-Konstruktionen. Verkäufer schieben Hot-Dog- und Fresstände quer durch die Stadt. Tierisch Arm und unglaublich Reich stehen ungezwungen an der Ampel nebeneinander. Künstler, Schausteller und Verrückte stellen sich unverblümt zur Schau. All die hieraus resultierenden Farben, Kulissen und Szenen sind unvergleichlich. Es hat schon seinen Grund, warum Filmemacher New York so gerne als Handlungsort heranziehen.